OT Pensées (sur la religion, et sur quelques autres sujets)OA 1670 DE 1710 Form Sachbuch Bereich Philosophie
Die Gedanken sind das bedeutendste philosophische Werk von Blaise Pascal. Er reflektiert darin die Seinslage des Menschen sowie die Beziehung zwischen Vernunft und Glauben. Das Buch ist aber auch eine Streitschrift für das Christentum und ein Dokument für Pascals religiöse Überzeugung.
Entstehung: Die Gedanken sind eine Sammlung von Fragmenten aus den letzten Lebensjahren des Autors, die von tiefem religiösem Bewusstsein und schwerer Krankheit gekennzeichnet waren. Acht Jahre nach seinem Tod wurde dieser Nachlass von den Geistlichen von Port-Royal erstmals veröffentlicht.
Inhalt: Pascal sieht zwischen Vernunft und Glauben keinen Widerspruch. Der Mensch muss nur wissen, wann die Anwendung der Vernunft geboten ist. Fragt er nach seinem eigenen Wesen und nach seiner Stellung in der Welt, wird ihm die Vernunft nur teilweise helfen. »Der Mensch ist sich selbst das rätselhafteste Ding der Natur, denn er kann nicht begreifen, was Körper und noch weniger was Geist ist und am wenigsten, wie ein Körper mit einem Geist vereint sein könnte.« Der Mathematiker und Naturwissenschaftler Pascal, der sich mit der Unendlichkeit der Zahlen und dem leeren Raum befasste, ging einen Schritt weiter, indem er im grenzenlosen Wissen nicht mehr einen Beweis menschlicher Größe, sondern ein Zeichen seiner Ohnmacht erkannte: »Das ewige Schweigen dieser unendlichen Räume macht mich schaudern.«
Pascal bemühte sich leidenschaftlich, die intellektuelle Selbstgefälligkeit der Gebildeten zu erschüttern, und mahnte sie, aus der »Wahrheit keinen Götzen zu machen«. Erst wenn der Mensch nach Gott fragt und sich seiner Gnade öffnet, wird sich ihm sein eigenes Wesen enthüllen. Gott aber sei »spürbar im Herzen und nicht in der Vernunft«. In seiner Hinwendung zu Gott benötige der Mensch die Leidenschaft des Herzens und nicht die Kühle der Vernunft. Das Herz jedoch sei Zentrum der Begierden und der Triebe und mache den Menschen zum Doppelwesen, »gleichermaßen Gott unwürdig und Gottes fähig«.
Pascal prangert die eitlen Gelüste und Zerstreuungen an, welche den Menschen mit einer vordergründigen Glückseligkeit betäuben und ihn in Unkenntnis über seine sündige Natur lassen. Für den Menschen gebe es nichts Schlimmeres als allein in einem Zimmer verweilen zu müssen, »denn was ist Unglücklichsein sonst, als unerträglich traurig sein, sobald man gezwungen wird, über sich selbst nachzudenken, und sich nicht zerstreuen kann«. Christus sei für den seit Adams Sündenfall in Unglück lebenden Menschen die Erlöserfigur, »weil wir in ihm sowohl Gott als auch unser Elend finden«. Indem der Mensch in einem imaginären Corpus Christi aufgeht, findet er als Teil des Ganzen wieder zu jener Harmonie, die Pascal auch in der Natur und der Mathematik wirken sah.
Aufbau: Eine authentische Fassung der Gedanken gibt es nicht. Je nach Herausgeber und Edition wurden die Fragmente unterschiedlich geordnet und mit anderen Kapitelüberschriften versehen. Flüchtige Gedankenskizzen, rätselhafte Aphorismen, klare Lehrsätze und längere, argumentativ durchgearbeitete Textpassagen wechseln einander ab.
Wirkung: Pascals existenzielle Fragestellung, sein psychologischer Feinsinn und seine ebenso leidenschaftlich wie geschmeidig vorgetragenen Argumente haben durch alle Epochen Leser in den Bann gezogen, darunter viele, die – wie Friedrich R Nietzsche – die religiöse Überzeugung des Autors nicht teilten. W. v. C. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Die Gedanken sind das bedeutendste philosophische Werk von Blaise Pascal. Er reflektiert darin die Seinslage des Menschen sowie die Beziehung zwischen Vernunft und Glauben. Das Buch ist aber auch eine Streitschrift für das Christentum und ein Dokument für Pascals religiöse Überzeugung.
Entstehung: Die Gedanken sind eine Sammlung von Fragmenten aus den letzten Lebensjahren des Autors, die von tiefem religiösem Bewusstsein und schwerer Krankheit gekennzeichnet waren. Acht Jahre nach seinem Tod wurde dieser Nachlass von den Geistlichen von Port-Royal erstmals veröffentlicht.
Inhalt: Pascal sieht zwischen Vernunft und Glauben keinen Widerspruch. Der Mensch muss nur wissen, wann die Anwendung der Vernunft geboten ist. Fragt er nach seinem eigenen Wesen und nach seiner Stellung in der Welt, wird ihm die Vernunft nur teilweise helfen. »Der Mensch ist sich selbst das rätselhafteste Ding der Natur, denn er kann nicht begreifen, was Körper und noch weniger was Geist ist und am wenigsten, wie ein Körper mit einem Geist vereint sein könnte.« Der Mathematiker und Naturwissenschaftler Pascal, der sich mit der Unendlichkeit der Zahlen und dem leeren Raum befasste, ging einen Schritt weiter, indem er im grenzenlosen Wissen nicht mehr einen Beweis menschlicher Größe, sondern ein Zeichen seiner Ohnmacht erkannte: »Das ewige Schweigen dieser unendlichen Räume macht mich schaudern.«
Pascal bemühte sich leidenschaftlich, die intellektuelle Selbstgefälligkeit der Gebildeten zu erschüttern, und mahnte sie, aus der »Wahrheit keinen Götzen zu machen«. Erst wenn der Mensch nach Gott fragt und sich seiner Gnade öffnet, wird sich ihm sein eigenes Wesen enthüllen. Gott aber sei »spürbar im Herzen und nicht in der Vernunft«. In seiner Hinwendung zu Gott benötige der Mensch die Leidenschaft des Herzens und nicht die Kühle der Vernunft. Das Herz jedoch sei Zentrum der Begierden und der Triebe und mache den Menschen zum Doppelwesen, »gleichermaßen Gott unwürdig und Gottes fähig«.
Pascal prangert die eitlen Gelüste und Zerstreuungen an, welche den Menschen mit einer vordergründigen Glückseligkeit betäuben und ihn in Unkenntnis über seine sündige Natur lassen. Für den Menschen gebe es nichts Schlimmeres als allein in einem Zimmer verweilen zu müssen, »denn was ist Unglücklichsein sonst, als unerträglich traurig sein, sobald man gezwungen wird, über sich selbst nachzudenken, und sich nicht zerstreuen kann«. Christus sei für den seit Adams Sündenfall in Unglück lebenden Menschen die Erlöserfigur, »weil wir in ihm sowohl Gott als auch unser Elend finden«. Indem der Mensch in einem imaginären Corpus Christi aufgeht, findet er als Teil des Ganzen wieder zu jener Harmonie, die Pascal auch in der Natur und der Mathematik wirken sah.
Aufbau: Eine authentische Fassung der Gedanken gibt es nicht. Je nach Herausgeber und Edition wurden die Fragmente unterschiedlich geordnet und mit anderen Kapitelüberschriften versehen. Flüchtige Gedankenskizzen, rätselhafte Aphorismen, klare Lehrsätze und längere, argumentativ durchgearbeitete Textpassagen wechseln einander ab.
Wirkung: Pascals existenzielle Fragestellung, sein psychologischer Feinsinn und seine ebenso leidenschaftlich wie geschmeidig vorgetragenen Argumente haben durch alle Epochen Leser in den Bann gezogen, darunter viele, die – wie Friedrich R Nietzsche – die religiöse Überzeugung des Autors nicht teilten. W. v. C. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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